{Short Stories} Entschleunigung

Entschleunigung ist das Juli-Thema der Short Stories von Bine von was eigenes und Andrea von Jolijou. Ein bisschen ertappt habe ich mich gefühlt, als ich das Thema entdeckt habe. Es passt nämlich sehr gut und gleichzeitig so gar nicht zu mir, manchmal bin ich die Hast in Person und es fällt mir richtig schwer, einfach mal den Alltag zu entschleunigen. ;) Heute habe ich also ein paar Gedanken zum Thema Entschleunigung für euch.

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Entschleunigung geht immer einher mit der bewussten Entscheidung, zu entschleunigen, während man oftmals ganz unbewusst beschleunigt und hetzt. Automatisch entschleunigt man kaum, dazu muss man sich selbst immer wieder ermuntern.

Im Alltag ist ganz und gar nichts entschleunigt – bei mir. Meine Aktivitäten sind immer eng getaktet. Das ist kein fester Zeitplan, der vorgegeben wird, vielmehr ist es ein Zeitplan in meinem Kopf, dem ich selbst gerecht werden will. Hier folgt Tagesordnungspunkt auf Tagesordnungspunkt und alles möchte gerne abgehakt werden, je schneller, desto besser. Und je mehr abgehakt wird, desto zufriedener sind wir im Ergebnis. Wie gut dann eine Stunde bewusster Ruhe tut, vergisst man in der Hast nur allzu oft. Und man muss sich immer wieder selbst daran erinnern.


Denn wenn dann etwas nicht so klappt, wie es der selbst auferlegte Zeitplan vorgibt, ärgern wir uns. Das, wovon ich hier spreche, ist auch bekannt als Freizeitstress. So lächerlich das Wort auch klingt: Jeder wird das schon erlebt haben. Gerade die Exemplare unter uns, die gerne alles so perfekt wie möglich erledigen möchten. Und am besten alles gleichzeitig und sofort. 

Irgendwann kommt immer der Moment in der Woche, in der man merkt: Moment mal. Und dann sollten wir uns fragen: Was ist das Schlimmste, das passieren könnte, wenn ich das jetzt nicht mache? Angenommen, Tagesordnungspunkt 5 ist die Bügelwäsche. Geht die Welt unter, wenn die Wäsche morgen gebügelt wird? Das wird die Wäsche kaum jucken. Oder wenn wir für den Besuch einen Kuchen kaufen, statt ihn zu backen? Oder wenn ihr euer Rezept im Blog erst morgen veröffentlicht und euch stattdessen heute eine halbe Stunde in die Badewanne legt?

Oft sind es nur die eigenen Ansprüche, die uns im Weg stehen. Um zu entschleunigen, müssen wir uns fragen: Wie wichtig ist es, dass das jetzt, sofort und heute gemacht wird. Damit meine ich nicht aufschieben. Vielmehr Prioriäten setzen und sich die Zeit, die man gewinnt, selbst schenken. Vielleicht entspannt ans Flussufer setzen. Oder auf dem Balkon in der Abendsonne etwas Musik hören. Und dabei die Bügelwäsche auslachen. 


Irgendwann muss man selbst die Handbremse ziehen, zumindest für einen Moment, und bewusst entschleunigen. Sich bewusst Zeit nehmen und diese Zeit genießen. Und dabei ausnahmsweise nicht an den nächsten Punkt der Tagesordnung denken. Und passenderweise habe ich mir für Samstag eine Stunde Thai-Massage reserviert. So! 


Fällt es euch auch so schwer, euren Alltag zu entschleunigen? Oder habt ihr vielleicht ein paar Geheimtipps, was ihr tut, wenn ihr merkt, dass gerade zu viel auf einmal passiert? Sagt es mir in den Kommentaren oder schreibt doch selbst in eurem Blog einen Text zum Thema!

Kommentare

  1. Bei mir wird auch Zeit zu entschleunigen. Ich hoffe ich kann mich im Urlaub ausgiebig darum kümmern! :)
    Mit den eigenen Ansprüchen hast Du sooo recht!!

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    1. Urlaub ist auf jeden Fall schon einmal ne prima Basis zum entschleunigen ;) !

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  2. Da hast du recht, Entschleunigung und Zeit für uns sind sehr wichtig. Und das mit der Massage hast du gut entschieden :) Genieß es! Und keine Gedanken währenddessen machen! Das ist oft mein Problem, wenn ich mich entschleunigt habe... Dass ich trotzdem nicht bei mir, sondern bei meiner To-Do-Liste bin.

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    1. Das kenn ich! Bei der letzten Massage musste mir die Dame, die meinen Rücken bearbeitet hat, gefühlte 10mal sagen, dass ich bitte endlich entspannen soll... ;)

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  3. Nach einem Urlaub kann ich perfekt weiter entschleunigen, ich rette mir das immer in die Nachurlaubszeit. Einfach 1 Stunde pro Tag auf die Tagesordung setzen und am Ende abhaken. Ich habe beim Pilates Entspannung gelernt,mich auf mein Innerstes zu konzentrieren und alles andere loszulassen, meine Übungsleiterin macht allerdings auch Yoga und davon fließt viel in den Unterricht ein.
    Liebe Grüße und vielleicht jeden 5 Minuten Pause mehr für sich selbst zu machen.
    Sabine Z.

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  4. ganz tolles thema...gerade hab ich auch ziemlich viel stress, aber zum glück gelingt es mir, nach dieser Zeit dann wirklich zu "entschleunigen" und mich zu entspannen;)
    entweder ganz oder gar nicht i´heißt es bei mir immer....entweder voll stress, oder wirkliche Entspannung mit dem zu dem ich wirklich Lust habe ;)

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  5. Hallo Lisa, deinen Text könnte ich so wie er ist unterschreiben. Ja, ich gehöre auch zu denen, die einen eng getakteten Zeitplan haben, auf dem sie selbst nicht drauf stehen. Mal schauen, ob ich das in diesem Leben noch lerne ;-) Viele Grüße, Katharina

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  6. Du hast einen wunderbaren Text zu diesem Thema geschrieben und alles spricht mir direkt aus derm Herzen! Ich wünsche dir, dass du immer wieder einmal Zeit zum Entschleunigen findest.
    Liebe Grüsse Alizeti

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  7. Ich geb' dir bei allem was du schreibst recht!

    Ich leg' mich immer aufs Bett oder in den Garten und höre Musik, wenn ich
    runterkommen muss oder ich backe, das hilft mir auch immer sehr.
    Wer wirklich zu überladen ist, sollte zu ein paar Naturheilmittelchen greifen,
    wie z.B. Hanfbäder, diese tragen enorm viel zur Berzuhigung hinzu.
    Wenn mir im Alltag alles zu viel wird, sage ich auch oft einfach "nein" zu
    gewissen Dingen. Wo ich weiß, das noch Zeit ist, um sich später damit
    zu befassen, alles auf einmal geht eben nicht.
    Was ich mir angewöhnt habe zu machen, sind Dehnübungen nach dem
    Aufstehen, so 10-15min. Dadurch ist der Körper lockerer und nicht verkrampft
    und man kann immerhin mit einem guten Gefühl in den Tag starten! :)

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  8. Du hast einen wunderbaren Beitrag geschrieben, in dem ich mich in Teilen wiederkenne. Die Kunst liegt nun darin, dass man sich die Entschleunigung verinnerlicht, so dass man die Handbremse bewusst und gerne zieht.

    LG Heike

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  9. Ich finde deinen Post wirklich sehr gut. Man merkt es an sich selbst häufig, dass es nicht die anderen sind die einen Druck machen, sondern wirklich man selbst. Aber es ist einfach so verdammt schwer einmal einen Gang runter zu schalten. Hast du dafür vielleicht Tipps? :)
    Viele liebe Grüße, Ann <3

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  10. Ein sehr schöner und vor allem so wahrer Post...bin aktuell krank geschrieben, weil ich mich NICHT an das Entschleunigen gehalten habe :-/
    Immer mehr und mehr und noch mehr gearbeitet, privat gemacht (und am besten musste alles sofort erledigt werden...) und dann hat mein Körper gestreikt, weil die Belastung in den letzten Monaten bis Jahren zu viel war...

    Ich habe nun auch vor, alles ein wenig langsamer angehen zu lassen, wobei man sowas tatsächlich lernen muss wie ich gerade feststelle....

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  11. Ich wusste gar nicht, dass wir uns so gut kennen ;) . Ich glaube, du bist in meinen Kopf gekrabbelt und hast den Kopierer angeschmissen...unfassbar! Dies zeigt wohl , dass viele von uns gleich (oder zu schnell) ticken. Ich muss gerade mal in mich gehen und mich fragen, ob ich oft genug entschleunige... Danke liebe Lisa <3

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  12. Es ging mir lange Zeit ähnlich; inzwischen habe ich aber kein Problem mehr damit, mir eine Auszeit zu nehmen und die To Do Liste einfach mal umzudrehen. Es schleicht sich natürlich immer wieder das schlechte Gewissen ein, denn "man sollte ja eigentlich..." - aber ich finde, man sollte sich eigentlich wohl fühlen und dazu gehört auch das Nichtstun von Zeit zu Zeit. :)
    Alles Liebe,
    somehowsophie

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  13. Entschleunigung ist auch immer wieder ein Thema für mich - wie ich jetzt durch Deinen Post sehe und auch an den vielen Kommentaren - auch ein Thema für viele andere. Vielleicht auch die Herausforderung und Aufgabe für diese Generation. Danke für die Gedankenanregungen - ist ein gutes Gefühl, dass sich auch andere mit dem Thema auseinandersetzen.
    Beste Grüße und auch dem Weg zur Entschleunigung ;-), Christiane

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  14. Oh - wie wunderbar geschrieben - und mir aus der Seele... ich habe zum ersten Mal bei den Short Stories mitgemacht - und entschleunige jetzt diesen Spätdienst-Tag mit dem Lesen der wunderbaren und genialen Beitragen von den anderen Teilnehmern... so starte ich entschleunigt in den Tag - und gebe dann auf der Arbeit streßfrei Gas... an Frühdienst-Tagen klappt es häufig nicht ganz so gut - aber auch dann versuche ich kleine Auszeiten (z.B. eine Tasse Kaffee auf dem Balkon) zu finden...

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